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Der Kuchen reicht immer…

Das internationale Handarbeitscafé des gemeinnützigen Vereins KUNTERBUNT e.V. kommt gut an – und engagiert sich für die 40. Internationalen Hansetage

Bei den Vorbereitungen für die 40. Internationalen Hansetage im nächsten Sommer agieren einige Menschen und Institutionen hinter den Kulissen, von denen man kaum etwas mitbekommt.  Diese möchten wir nach und nach vorstellen und beginnen mit dem internationalen Handarbeitscafé, das viel im Sinne der modernen Hanse und auch speziell für unsere Hansetage in Brilon tut.

Schon seit Februar 2017 betreibt der gemeinnützige Verein KUNTERBUNT e.V. ein internationales Handarbeitscafé im evangelischen Gemeindezentrum in Brilon. Jeden zweiten Montag treffen sich hier Briloner Frauen und Frauen, für die Brilon zur zweiten Heimat geworden ist, zum Nähen und Stricken in geselliger Runde.

Eine Handvoll Frauen, die zu Zeiten der Flüchtlingswelle einerseits der Wille zu helfen, aber auch der Wunsch zu wissen „Was kommt auf uns zu und was sind das für Menschen?“ bewegt hat, haben dieses Handarbeitscafé  gegründet. Sie bieten so den Frauen, die zu uns geflüchtet sind, die Möglichkeit, sich  gegenseitig, das neue Land und unsere Kultur besser kennen lernen zu können und eine Aufgabe zu haben.

Jedes Treffen beginnt mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Dabei wird nicht nur „gefachsimpelt“ und viel gelacht, sondern es werden auch aktuelle Themen diskutiert und Hilfestellungen bei Problemen gegeben, bevor es mit dem Handarbeiten losgeht. „Der Kuchen reicht immer, aber manchmal haben wir zu wenig Stühle“, lacht Heike Fritz, eine der Organisatorinnen. Mittlerweile besuchen regelmäßig bis zu 25 Frauen unterschiedlicher Nationalitäten und Altersstufen das Café.  Handarbeit und Kreativität verbindet. Und das ist es auch, was das Handarbeitscafé heute ist: Ein Ort, der verbindet und Platz für(s) Nähe(n) schafft, für Frauen von überall und nebenan.

Nebenbei sorgt es einfach mal dafür  „die Ecken leer zu machen“ und aus alten Dingen Neues zu machen. Denn funktionieren tut das ganze nur durch Materialspenden wie Stoffe, Nähmaschinen und zum Beispiel Nähkästchen aus Nachlässen. Diese Spenden dürfen dann ihr zweites Leben beginnen. Durch gemeinsame Projekte wird der Zusammenhalt gefördert und man lernt sich besser kennen. Was passt da besser, als mit solchen Projekten die Hansetage zu unterstützen? So ist zum Beispiel das Projekt „Zelte der Begegnung“ entstanden und wird aktiv unterstützt.

Bei einem Gespräch mit Projektleiterin Ute Hachmann  ist die Idee von handgemachten Hansetaschen für die hanseatischen Delegierten der Herbstkommission entstanden. Sie wurde spontan zu einer Kooperation zwischen Hanseteam und dem Handarbeitscafé  von Kunterbunt e.V. Fünf Frauen des Handarbeitscafés haben sich sofort daran gemacht, einige Mengen der Stoffspenden, vor allem alte Bettwäsche, einzufärben, zuzuschneiden und zusammenzunähen. Somit haben sie die Grundlagen für unsere Hansetaschen, die in 16 Hanseländer an ca. 60 Delegierte gehen, gelegt und sie können in den nächsten Tagen weiterbearbeitet werden. Es bleibt also spannend.

An einer Tasche wurde übrigens eine gute halbe Stunde gearbeitet. Der Prototyp hat circa vier Stunden gedauert, also Hut ab an diese geübten Näherinnen, die Hand in Hand gearbeitet haben.

Vier Fragen an die Taschennäherinnen:

 

Wer seid Ihr, wenn Ihr nicht für die Hansetage tätig seid?

Mütter, Omas, Berufstätige, Laien, Profis, …. Frauen, die durch die Liebe zur Handarbeit und zur Kreativität verbunden sind.

 

Welche Wörter fallen Euch ein, wenn Ihr an die Hansetage denkt?

Taschen, Handel, zwischenmenschliche Beziehungen, Gemeinschaft, neugierig eine andere Welt kennenzulernen, Respekt und Würde.

 

Was erhofft Ihr euch langfristig von den Hansetagen?

„Genauso wie die Taschen es sind, eine langlebige Gemeinschaft.“

„Stolz auf das, was wir erreicht habe, vor allem auch auf kleine Dinge, wie unsere Taschen.“

„Weiterhin gemeinsame Projekte bewältigen, übergreifend mit vielen Menschen und Institutionen.“

„Den Kontakt und das Netzwerk aufrechterhalten.“

„Die Kreativität weiter fördern.“

 

Warum engagiert Ihr euch?

„Man ist Teil einer großen Gemeinschaft.“

„Man wächst über sich hinaus und wagt sich an Dinge, die man vorher alleine nicht gemacht hätte.“

„Die Freude an Kleinigkeiten, kleinen Fortschritten und an den Geschichten darum.“

„Die Freude am gemeinsamen Gestalten.“